Die Ausstellung im B.M. Strupp Lern- und Gedenkort,
Bernhardstraße 4, 98617 Meiningen
ist geöffnet: donnerstags von 16.00 bis 18.00 Uhr




Den Errichtern der B.M. Strupp-Stiftung war es ein Anliegen, dass in der Strupp’schen Villa die Erinnerung an die jüdische Geschichte insbesondere zum Bereich des früheren Herzogtums Sachsen-Meiningen, wachgehalten wird. Dem wird Rechnung getragen mit dem am 24. Oktober 2021 eröffneten B.M. Strupp Lern- und Gedenkort der B.M. Strupp-Stiftung.


Der Lern- und Gedenkort enthält u. a. eine Dauerausstellung zur Geschichte der Familie Strupp und zur regionalen und überregionalen jüdischen Geschichte. Vorgestellt werden u. a. der „schöne Rabbiner“ Moses Sachs (gebürtig aus Dreißigacker, ab ca. 1830 ansässig in Jerusalem), der Kämpfer für die Gleichberechtigung Salomon Steinhard (aus Walldorf, wirkend in Hildburghausen), der Wegbereiter des modernen Regietheaters Ludwig Chronegk, der Vater der Thüringer Verfassung Eduard Rosenthal, der Staatsgründer und Antisemitismusforscher Fritz Bernstein, die Kämpferin für Frauenrechte Bella Aul und der Kapellmeister Werner Sander (nach Kriegsende in Meiningen wohnend, anschl. in Leipzig, wo er den Leipziger Synagogalchor gründete).

Die NS-Judenverfolgung wird anhand der Familie Hedwig und Otto Mosbacher dargestellt, deren Tochter Eva Mosbacher im Mai 1939 mit einem Kindertransport nach England gelangte.

Zudem wird die Christin Käthe Hauschild und ihr Einsatz für die jüdische Familie Frühauf gewürdigt. Hauschild wurde dafür von der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem als "Gerechte unter den Völkern"  ausgezeichnet.

 
Die Ausstellung wurde erstellt von Christoph Gann, Vorstandsvorsitzender der B.M. Strupp-Stiftung, und Ines Ulbrich (Gestaltung).

Der Lern- und Gedenkort mit Ausstellung wurde gefördert durch das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport im Rahmen des Thüringer Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit, dem Landkreis Schmalkalden-Meiningen und der Stadt Meiningen.

Zur Dauerausstellung ist ein Begleitheft erschienen, welches in der Ausstellung erhältlich ist.






Vorgängerbau der Strupp´schen Villa. Der Abriss begann Ende April 1909. Das Grundstück war seit 1856 im Besitz der Familie Strupp. Die Zeichnung fertigte Alexander Eisenberg an.

Selma Eisenberg (geb. 9.12.1861 Meiningen,
ermordet im Ghetto Theresienstadt am 7.10.1942)
Tochter von Anselm Strupp und Urenkelin von B.M. Strupp.
Selma Eisenberg war das letzte Mitglied der Familie Strupp,

welches in der Strupp´schen Villa gewohnt hat. Im Jahr 1939

verzog sie nach Leipzig und wurde von dort am

19. September 1942 nach Theresienstadt deportiert.
Foto: B.M. Strupp-Stiftung

Familie Strupp 1895 mit Selma Eisenberg, Gustav und Fanny Strupp (von links), Joseph Hofmann
(oben Mitte), Anna und Louis Strupp (rechts), Thekla Strupp (Bildmitte)     Foto: B.M. Strupp-Stiftung